Leitung Fachbereich „Orthesen untere Extremität und Rumpf“: Rainer Drüke
Erstaunliche Lösungen auch bei schwierigen Problemen
Rainer Drüke leitet in der Heidelberger Niederlassung die Abteilung Orthetik, die für die Stützung und Stabilisierung vorhandener Körperteile sorgt.
Der 40-jährige Rainer Drüke gehört dem Heidelberger Pohlig-Team seit November 2008 an. Als Leiter des Fachbereichs „Orthesen untere Extremität und Rumpf“ ist der Orthopädietechnikmeister mit seinem Stellvertreter Lars Tepper und weiteren Mitarbeitern für ein umfangreiches Arbeitsspektrum zuständig. Der Bogen spannt sich von Einlagen bis zu Orthesen für komplett querschnittgelähmte Patienten.
Das Team kümmert sich ebenso um Fußfehlstellungen wie um Kniedeformitäten, komplexe Fehlstellungen und Lähmungen der Beine. Einen Schwerpunkt der Tätigkeit bildet die Behandlung von Spitzfußfehlstellungen. Auf diesem Gebiet sind Erfolge der Firma Pohlig wissenschaftlich belegt, die bisher mit keinem anderen Konzept erreicht werden konnten.
Beinorthetik von Kindern
Eine der besonders wichtigen Aufgaben ist die Beinorthetik von Kindern. Die Anfertigung von Beinorthesen spielt bei der Firma Pohlig seit vielen Jahren eine besondere Rolle. Als besonders fruchtbar erweist sich dabei seit Jahren eine enge Zusammenarbeit mit der Orthopädischen Kinderklinik Aschau unter der Leitung von Dr. Leonhard Döderlein. In enger Kooperation mit der in Aschau tätigen Oberärztin Dr. Monique Baise wurde ein Konzept entwickelt, das in seiner Art einzigartig ist und in der Fachwelt viel Aufmerksamkeit findet. Der Nutzen dieses Konzepts wurde in zahlreichen Fachpublikationen bestätigt. Bei Pohlig hat sich in der Orthetik ein umfangreiches Spezialwissen aufgebaut. Die Kombination der Heidelberger Technologie und der Traunsteiner Philosophie sorgt nun für einen neuen Standard in der Versorgung von behinderten Kindern und Erwachsenen.
Die Arbeit ist mit ständigem Lernen verbunden. „Man sucht immer nach neuen Techniken und neuen Materialien“, sagt Drüke. Die Größe der Firma Pohlig und ihre Einbindung in Experten-Netzwerke bringt für die Patienten nach seiner Überzeugung viele Vorteile mit sich: So verfolgen die Spezialisten des Unternehmens die Fortschritte auf diesem Gebiet national und international intensiv. Innovative Entwicklungen können so, wenn sie sich als sinnvoll erweisen, schnell in die Arbeit übernommen werden. In jüngerer Zeit wird auf der Suche nach immer besseren Orthesen für die Patienten besonders die Dynamik in den Vordergrund gestellt. So wurden Alternativen zu gesperrten Kniegelenken in Form von Gasdruckfedern gefunden, Gelenke mit motorischen Antrieben ausgestattet und Methoden entwickelt, um Fehlstellungen intraartikular, also innerhalb des Gelenks, zu korrigieren.
Medizin, Technik, Therapie und Wünsche der Patienten
Die technischen und medizinischen Maßnahmen markieren nach Überzeugung von Drüke nur einen Teil einer optimalen Gesamtbehandlung. Die Pohlig-Experten sehen sich regelmäßig in der Rolle von Kommunikatoren. „Wir sind bestrebt, sowohl ihren Wünschen als auch den therapeutischen und medizinischen Aspekten gerecht zu werden“, sagt Drüke. So haben gerade Kinder ihre ganz eigenen Vorstellungen davon, was wichtig für sie ist. Wesentlich sind dabei meist viel Selbständigkeit – gerade beim Kontakt mit Gleichaltrigen -, Freiraum beim Spielen, nicht zuletzt die Optik und modische Aspekte.
Drüke und sein Team beziehen die Wünsche und Bedürfnisse der betroffenen Personen mit großem Engagement in die Behandlung und die Therapie ein. Dabei spielen auch die Kontakte zu allen beteiligten Personen eine Rolle – von den Eltern über die Ärzte bis zu den Therapeuten. In ausgiebigen Gesprächen wird für jeden einzelnen Fall die optimale Lösung gesucht. Denn letztlich gibt es nur ein einziges Ziel: dass der jeweilige Patient in seinem Alltag so gut wie möglich zurechtkommt.
Für Drüke, der verheiratet ist und einen Sohn hat, ist das Thema Bewegung von zentraler Bedeutung. Er ist sportlich aktiv – vom Laufen übers Radfahren und Segeln bis zum Skifahren. „Mit Sport“, sagt er, „kann man eine Menge erreichen.“ Auch behinderte Kinder benötigen nach seiner Überzeugung Anreize: „Aber das verlangt Engagement.“
Internationale Erfahrung
Seine nationale und internationale Erfahrung kommt Drüke in seiner Tätigkeit zugute. Nach der Ausbildung bei einer bekannten Firma und Tätigkeiten in einem Sanitätshaus war er zweieinhalb Jahre lang für den Österreichischen Entwicklungsdienst in Simbabwe im südlichen Afrika tätig . Dort wirkte er am Aufbau einer lokalen Orthopädie-Werkstatt und an der Versorgung der ländlichen Gebiete mit. Anschließend kehrte er nach Dortmund zurück, legte seine Meisterprüfung in der Orthopädietechnik ab und arbeitete dann seit dem Jahr 2000 in der orthopädietechnischen Abteilung der Orthopädischen Universitätsklinik Heidelberg. Dort leitete er den Zweig Orthetik, bis er Ende 2008 zur Firma Pohlig wechselte.
Für unverbindliche Beratungsgespräche stehen Drüke und seine Kollegen gern zur Verfügung, ebenso für Hausbesuche und für Praxisbesuche bei Physiotherapeuten und Ärzten. „Gern stellen wir uns auch neuen Herausforderungen“, sagt Drüke: „Wenn sich bei der Versorgung eines Patienten einmal ein besonders anspruchsvolles Problem zeigt, für das noch niemand eine Lösung gefunden hat, so nehmen wir uns gern dieser Angelegenheit an.“ Mit den mehr als 300 spezialisierten Mitarbeitern der Firma Pohlig werden oft erstaunliche Möglichkeiten gefunden.