Leitung  Fachbereich „Obere Extremität und Orthoprothetik“: Simon Steffen

Aufsehen erregende Neuentwicklungen

Menschen mit Prothesen können heutzutage in vieler Hinsicht mit Gesunden mithalten - im Beruf, im Privatleben, sogar im Sport. Dafür sorgen Experten wie Simon Steffen, der Leiter des Fachbereichs „Obere Extremität und Orthoprothetik“ in der Heidelberger Niederlassung von Pohlig.

Fehlbildungen sind oft sehr komplex. Ihre Behandlung erfordert viel Einfühlungsvermögen in die jeweilige besondere Situation eines Patienten. Dabei reicht es in der Regel bei Weitem nicht aus, mit Schablonen und von der Industrie gelieferten Passteilen zu arbeiten. Vielmehr muss kreativ nach Speziallösungen gesucht werden. Simon Steffen, dem Leiter des Fachbereichs „Obere Extremität und Orthoprothetik“ bei Pohlig in Heidelberg, sind dabei bereits mehrere Neuentwicklungen gelungen, die in der Fachwelt für Aufsehen gesorgt haben.

Im Zweig Orthoprothetik wird Steffen von seinem Stellvertreter Samuel Wiedmann unterstützt, dessen Schwerpunkt die Prothetik und Orthoprothetik der unteren Extremität ist. Im Zweig Armprothetik ist Stefan Kunz der stellvertretende Bereichsleiter. Das engagierte Team verhilft Betroffenen nicht nur dazu, wichtige Funktionen fehlender Körperteile zu ersetzen, so etwa bei armprothetischen Versorgungen, Hände zu öffnen und zu schließen. Steffen und seine Kollegen sorgen auch dafür, dass das natürliche Äußere der Patienten so weit wie möglich wiederhergestellt wird.

Für den Behandlungserfolg spielt es nach Steffens Überzeugung eine wesentliche Rolle, wie gut sich die Patienten und die Experten der Orthopädietechnik verstehen. „Zwischen Techniker und Kunde muss eine Symbiose entstehen“, sagt Steffen, „denn jeder Patient ist anders.“

Kreative Suche nach Speziallösungen

Die Liebe zur Technik liegt Simon Steffen gewissermaßen im Blut. „Ich habe in meiner Jugend gern an Fahrrädern herum geschraubt“, erzählt der 32-Jährige, der aus Ostwestfalen-Lippe stammt und nach dem Zivildienst sowie einer ersten leitenden Funktion an der Orthopädischen Universitätsklinik in Heidelberg 2004 seine Meisterprüfung in der Orthopädietechnik absolviert hat.

Simon Steffen, der ledig und sportlich interessiert ist, ist seit Mitte 2008 in der Heidelberger Pohlig-Niederlassung tätig. Das Spektrum der von ihm und seinen Mitarbeitern versorgten Patienten reicht von Kindern mit angeborenen Fehlbildungen (Dysmelie), über Fingerprothesen, Handprothesen, Unter- und Oberarmprothesen bis zu doppelseitigen Prothesen nach der Amputation beider Arme im Schultergelenk oder sogar nach einer Schulterteilresektion. Ein weiteres Spezialgebiet von Steffen ist die Anfertigung von Orthoprothesen für Kinder und Erwachsene mit angeborenen Fehlbildungen.

Schöne Erfolgserlebnisse

Mehr und mehr wird in der Armprothetik inzwischen auch die Elektronik eingesetzt. So werden über Hautelektroden Aktionspotenziale gemessen, elektronische Schalteinheiten verstärken die Signale. Auf diese Weise können Finger, Handgelenk, Ellenbogen und Schultergelenk bewegt werden. „Da gibt es schöne Erfolgserlebnisse“, sagt Steffen. Mit kosmetischen und sonstigen Kunstgriffen wird gleichzeitig dafür gesorgt, dass die künstlichen Hilfsmittel auch optisch so gut wie möglich an den Patienten angepasst werden.

Die wesentliche Voraussetzung für das alles bildet jedoch die Passform und Funktionalität des Prothesenschafts. Die komplexe und schwierige Aufgabe der Verbindung von Mensch und Technik ist für Simon Steffen eine der wichtigsten Aufgaben. Maßgeblich engagiert er sich darüber hinaus bei innovativen Verfahren, Forschungsprojekten und Produkteinführungen auf diesem Gebiet. Denn national und international erregen immer wieder Neuentwicklungen Aufsehen. Etliche Beispiele dafür sind in jüngerer Zeit bekannt geworden. Die so genannte „Fluid-Hand“ beispielsweise, die fehlende oder zerstörte Gliedmaßen ersetzen soll, wird mit so genannten Fluidaktoren hydraulisch angetrieben. Eine über Nervenanbindung gesteuerte Armprothese ist als „Michelangelo-Hand“ bekannt geworden. Weltweit Beachtung findet auch das amerikanische DARPA-Projekt, das für Soldaten, die im Kampf Gliedmaßen verloren haben, Prothesen als vollwertigen Ersatz zum Ziel hat.

Rasante Innovationen

Betroffene Patienten werden oft hellhörig, wenn sie von derartigen Neuentwicklungen erfahren: Sind sie möglicherweise für sie geeignet? Für Simon Steffen und sein Team gehört es fest zum Aufgabenspektrum, die rasanten Innovationen genau zu beobachten und kritisch zu beurteilen. Nicht zuletzt muss der Gebrauchsvorteil der Elektronik nachgewiesen werden, damit die Kosten von den Krankenversicherungen übernommen werden.

Die Pohlig-Experten sind in alle Informationen über die wissenschaftlichen und orthopädietechnischen Neuerungen eingebunden. Die Ergebnisse fließen unmittelbar in die Besprechungen mit den Patienten ein, so dass sich diese sicher sein können, in der Behandlung stets auf dem Laufenden zu sein, keine Chance auszulassen, die Potenziale und Risiken der einzelnen Maßnahmen aber auch gut einschätzen zu können - ein starkes Fundament, um gemeinsam mit Ärzten und Orthopädietechnikern die richtige Entscheidung treffen zu können.

pohlig heidelberg

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