Leiter der Bandagistenabteilung: Volker Noe

In Schaumstoff gebettet

Einer der bekanntesten Spezialisten für Lagerungssysteme ist Volker Noe. Seit mehr als 16 Jahren befasst er sich intensiv mit dieser anspruchsvollen Thematik. In der Heidelberger Pohlig-Niederlassung leitet er die Bandagistenabteilung.

Volker Noe hat ein viel beachtetes System von Lagerungsschalen aus Schaumstoff entwickelt, das inzwischen häufig kopiert worden ist. Für viele behinderte Patienten sind die Lagerungselemente, die er zusammen mit seiner Stellvertreterin Katy Mösenthien konstruiert und herstellt, zu einem unverzichtbaren Bestandteil ihres Alltags geworden. An der Bundesfachschule für Orthopädietechnik in Dortmund hält Noe darüber hinaus seit Jahren für Meisterschüler aus ganz Deutschland Fortbildungen über die Herstellung von Lagerungssystemen ab.

Der aus Hoffenheim stammende gelernte Bandagist (Jahrgang 1963), früher ein begeisterter Fußballspieler, war nach seiner Meisterprüfung, die er Mitte der neunziger Jahre abgelegt hat, zum Leiter der Bandagistenabteilung in der orthopädietechnischen Abteilung der Orthopädischen Universitätsklinik Heidelberg aufgestiegen, bevor er 2008 in die Heidelberger Niederlassung der Pohlig  wechselte.  

Eine umwälzende Neuerung

Frühere Verfahren der Lagerung waren mit vielen Nachteilen verbunden. So sorgten Kunststoffschalen aus Polyethylen für Probleme, besonders durch Wundliegen (Dekubitus). Man müsse die Betroffenen eigentlich in Schaumstoff betten, sagte ein Kollege einmal - und in dieser eigentlich nur so dahin gesagten Bemerkung lag der Beginn einer umwälzenden Neuerung. Noe probierte Lagerungen mit Schaumstoff aus, die er über die Jahre immer weiter perfektioniert und in hunderten von Versorgungen erfolgreich angewandt hat.

Immer wieder wurde dabei bestätigt, dass schwerbehinderten Kindern und Erwachsenen wesentlich geholfen werden kann, wenn sie in speziell für sie angefertigten Lagerungselementen aus Schaumstoff liegen können. Dies ermöglicht ihnen einen entspannten Schlaf, verhindert Druckstellen und vermeidet Kontrakturen, also Fehlstellungen von Gelenken.

Inzwischen steht ein System von Schaumstofflagerungsschalen zur Verfügung, das auch bei schwersten Fehlstellungen und scheinbar aussichtslosen Situationen sehr gute Erfolge zeigt. Vielen Patienten konnte damit zu ruhigen Nächten ohne Druckstellen verholfen werden. Therapeutisch gilt es vor allem, Hüftluxationen (Verrenkungen) und Kontrakturen  an den Beingelenken zu vermeiden. Auch nach Operationen werden Lagerungsschalen eingesetzt.

Problemlose Lageänderungen

Volker Noe sucht unermüdlich nach immer besseren Lösungen. Auf dieser Grundlage können heute Schaumstoffschalen für sehr unterschiedliche Bedürfnisse angefertigt werden, die die Patienten wahlweise in verschiedenen Positionen lagern können: in einer – so etwa Bauchlage, in zwei – beispielsweise Bauch-Rückenlage, in drei oder sogar vier Positionen, so etwa auch auf der Seite. Mit einem einfachen Steckmechanismus ist die Lageänderung problemlos zu bewerkstelligen.

Allerdings gilt es auch, die Grenzen von Schaumstoff-Lagerungen zu erkennen. Solche Systeme eignen sich vor allem für große Gelenke, für Hüfte, Knie, zum Teil auch die Wirbelsäule. Allerdings gibt es inzwischen sehr gute Kombinationsmöglichkeiten mit anderen Verfahren, die die Sicherung der Stabilität mit den Vorteilen der Schaumstofflagerung verbinden.    

Tricks und Kniffe für den Alltag

„Das System wurde von Patienten entwickelt, nicht von mir“, sagt Volker Noe bescheiden. Der Vater eines Sohnes weiß aus privater wie aus beruflicher Erfahrung, wie wichtig das Gespräch ist. Der intensive Gedankenaustausch mit den Betroffenen weist ihn auf immer neue Möglichkeiten hin, die er dann umzusetzen versucht - oft mit Erfolg für den jeweiligen Betroffenen und zum Vorteil vieler weiterer Personen, denn jeder einzelne Fall ist mit einem Lerneffekt verbunden.

Neben dem therapeutischen und medizinischen Ziel ist für Noe ein ebenso wichtiges Kriterium, wie der Patient im Alltag mit den Hilfsmittel zurechtkommt: In welchem Umfeld lebt er, wer betreut ihn, hat er mit weiteren gesundheitlichen Problemen zu kämpfen, sind weitere Besonderheiten, so etwa Schlafgewohnheiten,  im Zusammenhang mit dem jeweiligen Krankheitsbild zu berücksichtigen? „Das beste System nützt nichts“, sagt Noe, „wenn seine Handhabung im Alltag zu kompliziert ist.“ Die Experten von Pohlig kennen in solchen Fällen viele Tricks und Kniffe, um den Betroffenen auch über schwierige Hürden hinweg zu helfen.

Für einen unverbindlichen Beratungstermin in der Heidelberger Niederlassung von Pohlig steht Volker Noe gern zur Verfügung, ebenso in einer Einrichtung oder physiotherapeutischen Praxis.

pohlig heidelberg

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